1914 - Gedenken - 1918

Die Welt erinnert sich

Members of the Royal Flying Corps pose with their planes and dogs and a goat

Gegen das Vergessen ist ein Projekt für das Gedenken, für Bildung und internationale Verständigung.

Der Erste Weltkrieg von 1914-1918 sprengte die Grenzen des damals Vorstellbaren und änderte den Lauf der Geschichte. 22 Millionen Militärangehörige wurden verwundet und über neun Millionen getötet in den Kämpfen, die sich über mehr als vier Jahre erstreckten. Schätzungsweise sieben Millionen Zivilisten starben. In den Konflikt wurden über 40 Nationen aus allen Kontinenten hineingezogen. In großen Teilen Europas und des Nahen Ostens wurden Reiche zerstört und Grenzen neu gezogen. Der Friedensvertrag von 1919 hatte Auswirkungen, mit denen viele Nationen heute noch leben.

Der Erste Weltkrieg führte zu einem Umdenken über Kriegsführung und beschleunigte demokratische Tendenzen, aber auch revolutionäre Umwälzungen. Auch heute noch findet man auf den Schlachtfeldern Belgiens und Frankreichs scharfe Artilleriegranaten und auch heute noch töten diese Granaten. Fast scheint es, als sei der Krieg noch nicht vorbei.  Was haben wir aus ihm gelernt und wie denken wir 100 Jahre später an ihn zurück?

 

Menschen des Krieges

A British gun carrier tank and soldiers

Wer waren die Millionen Männer, die kämpften und fielen? Wer waren die Frauen, die getötet wurden, während sie als Krankenschwestern oder in den Handelsflotten tätig waren? 99 Jahre lang hat man ihrer gemeinsam gedacht. Im 100. Jahr ihres Todes hat sich Gegen das Vergessen jedoch zur Aufgabe gemacht, jedes einzelnen zu gedenken, Name für Name, Nation für Nation. Hunderte Millionen Familien verloren in diesem Krieg Verwandte und heute kann jede einzelne Familie an diesem einzigartigen Projekt des Gedenkens teilhaben.

Unsere Prinzipien sind Gleichheit, Allgemeingültigkeit und Zugänglichkeit: Gleichheit, denn nach einhundert Jahre sind im Tod alle gleich; Allgemeingültigkeit, weil wir dieses Projekt in den Sprachen aller teilnehmenden Nationen vorstellen und so die Millionen Familien dieser Männer und Frauen erreichen können, egal wo sie leben und welche Sprache sie sprechen; Zugänglichkeit, weil die modernen Möglichkeiten der Software und des Internets es uns ermöglichen, den Namen jedes Mannes und jeder Frau auf einem Bildschirm zu präsentieren. Und diese Namen werden überall dort gesehen, wo man über einen Internet-Anschluss verfügt oder wo es eine Schule oder ein Museum mit der Namensanzeige gibt. Niemand darf vom Gedenken ausgeschlossen werden.

Die fünf Jahre, in den sich die Kriegsjahre zum 100. Mal jähren, bieten uns die einmalige Chance, ein so großes und umfangreiches Projekt auf die Beine zu stellen.  Damit erweisen wir nicht nur der Vergangenheit Ehre, sondern sehen auch mit neuen Einsichten und Hoffnung in die Zukunft. 

Über das Projekt

Im Rahmen des Projekts Gegen das Vergessen werden die Namen derer, die ihr Leben verloren, auf Bildschirmen in den teilnehmenden Staaten angezeigt. Die Anzeige erfolgt in zahlreichen Schulen und anderen Organisationen, auf unserer Website, auf Smartphones und Tablets und in einigen Ländern an öffentlichen Orten. Jeder Name ist so programmiert, dass er zu einer bestimmten Uhrzeit auf dem Bildschirm erscheint. So kann jeder Mensch weltweit genau herausfinden, wann der Name eines gefallenen Verwandten erscheinen wird. Im Jahr 2014 zeigen wir nur die Namen der Gefallenen von 1914, und zwar im Zeitraum 15.10. bis 11.11.14. Im Jahr 2015 zeigen wir nur die Namen der Gefallenen von 1915 usw. Bei Sonnenaufgang am 11.11.2018 wird der letzte der Millionen Namen nacheinander in allen Zeitzonen der Welt erscheinen.

Nicht alle Länder, die am Ersten Weltkrieg beteiligt waren, haben sich zur Teilnahme am Projekt entschlossen, und daher wurden uns die Namen ihrer Gefallenen nicht zur Verfügung gestellt. Wir würden uns freuen, wenn sich diese Länder in den nächsten Jahren noch dem Projekt anschließen würden. Einhundert Jahre nach dem Krieg sind in vielen Nationen auch die Datenbanken mit den Namen noch nicht vollständig. Auf den länderspezifischen Seiten dieser Website finden Sie weitere Informationen zum Projekt und dem Zeitplan für die Namensanzeige in den einzelnen Jahren.

So wie man heute auf den Schlachtfeldern von einst immer noch Artilleriegranaten des Ersten Weltkrieges findet, so wird auch die Geschichte des Ersten Weltkriegs immer noch geschrieben. Leider sind alle, die diese Zeit selbst erlebt haben und aus erster Hand über sie berichten könnten, mittlerweile von uns gegangen. Aber die Namen der Toten bleiben, und im Gegensatz zu den Schlachtfeldern und aufgeschriebenen Geschichten unterliegen sie keinen Änderungen und sind eine unbestrittene Wahrheit. Es ist Zeit, jedes einzelnen zu gedenken, Name für Name. 

Wir freuen uns, wenn Städte, Schulen, Museen, Büchereien, Gemeinden, Geschichtsvereine und Veteranenorganisationen die Namen mithilfe der Software anzeigen, die wir speziell für dieses Projekt entwickelt haben. Wir möchten Sie zur Teilnahme einladen, indem sie sich entweder die Namensanzeige ansehen oder eine Organisation fördern, die sich an der Namensanzeige beteiligt.

Gedenken trägt zu unserer Menschlichkeit bei. Bitte machen Sie mit.